Samstag, 13. Juli 2013

Freud'scher Verschreiber oder die Tücken der Autokorrektur

Nachtrag zum Beitrag "Keine Kirschen":

Nein, keine Kirschen Weichsein! Und jetzt schreibt es sich wieder - diese verdammte Autokorrektur auf dem Computer. Die Wortwahl ist im Autokorrektur-Zeitalter nicht mehr frei... Weichseln kennt er nicht, also schlägt er "Weichsein" vor. Wenn ich das Kreuzchen neben dem Weichsein nicht anklicke, bleibt's dabei. Beim Weichsein. Und hier kommt jetzt der gute alte Sigmund ins Spiel: Mit dem Freud'schen Versprecher, bzw. hier dem Verschreiber (ha, diesmal hab' ich das Kreuzchen von Anfang an erwischt): 

Weichsein statt sauer (Sauerkirsche). Ein gutes Omen, scheint mir!

ps. Danke Johannes für Dein Lektorat!


Montag, 8. Juli 2013

Keine Kirschen - eine Neuentdeckung




Nein, keine Kirschen. WEICHSEIN! Zu deutsch: Sauerkirsche. Sie hat ihren Namen verdient, denn zum So-Essen ist sie viiiiiiiiiiiel zu sauer, wenn auch ausgereift. Doch in Kuchen und Desserts ein Hochgenuss!! Und die Konfitüre erst.... zum Niederknien....danke Isabelle für das Rezept! Mit Weichsein muss man tatsächlich anderst umgehen als mit anderen Früchten... Eigentlich wollten wir noch einfrieren, bevor sie die Vögel essen, doch dafür reicht der Platz im Tiefkühler einfach nicht aus. Der ist nämlich Gianfranco's coniglio und pollo belegt. 



Moderner Kirschensteinentferner (Wort für's Galgenspiel...) in Aktion. Barbara, deine Kuchen werden in die Geschichte von terra umbra eingehen! Ob ich wohl die gleiche Mischung von Kuchenteig und Mürbteig hinkriege?

Il vigneto

 Schon in der Hotelfachschule hat so mancher von seinem Traum des eigenen Rebberges, des eigenen Weines erzählt. Ich hab das nie verstanden. "Was haben die alle? Überhaupt, wie man diese Reben trimmen und beschneiden muss.  Und dann dieses Tohuwabohu mit den Sorten und wie man sie am besten mischt... Jeder will den anderen übertrumpfen, noch mehr wissen, noch den feineren Gaumen haben." Die Natur zur Wissenschaft machen, zur Kultur.

Heute habe ich selbst einen Weinberg. Er ist klein und wurde jahrelang vernachlässigt. Ist nach Westen/Nordwesten ausgerichtet. Die Reben schiessen wild durcheinander, kreuz und quer. Vor langer Zeit wurden mal Drähte gespannt - zum Halten, doch die hängen durch und geben unter dem Gewicht der nicht geschnittenen Reben nach.

Wild ist er, der Rebberg. Scheint geduldig gewartet zu haben bis sich ihm wieder jemand annimmt. Das sind jetzt wir. Und welche Freude ich daran habe!!! Dieser alten Kulturpflanze wieder zu neuem Leben (oder zum Teil auch zu einem sanften Tod) zu verhelfen, ist äusserst befriedigend. Es ist ein Abtasten: Wo greift der Mensch ein und wo überlässt er der wilden Natur das Zepter? Wie ist dieser Austausch mit der eigenen inneren Wildheit, dem intuitiven, authentischen Sein? Und wo lassen wir uns zähmen?


Ich liebe den Weinberg unterdessen. Liebe es zwischen den Rebenreihen zu spazieren. Hier und dort ein Blatt abzuknipsen oder den Fuss der Rebe von Unkraut zu befreien.








Oder einfach in die Weite zu sehen und gleichzeitig die Weisheit dieser alten Kulturpflanze, die ihre Wildheit bewahrt oder wieder entdeckt hat zu spüren.





























Pick me Up

Sonntag, 7. Juli 2013

Das Land als Ebenbild






Letztes Jahr gab es einen grossen Brand auf unserem Grundstück. Überall sind verkohlte Bäume und Äste zu sehen. Mahnmale. Daneben blüht wilder Mohn, inmitten von saftigem Gras, gewachsen aus fruchtbarer Erde. 
Mich berühren sie auf eigenartige Weise, diese verkohlten Baumleichen. Sterben. Vergänglichkeit. Zerstörung. Schwarzes Sein. Widerspiegeln meine Zweifel, meine dunklen Gedanken. Ja, es ist nicht alles Friede und Freude, dieses andere Leben. Es gibt auch die dunklen Momente, wo ich zweifle, hadere, verfluche, weine. Momente, in denen ich meinen inneren Dämonen begegne, dem inneren Richter, der verurteilt und einsperrt. Der alles besser weiss und das Vertrauen verloren hat. Dem inneren Zerstörer, dessen Aufgabe allein darin besteht zu sabotieren und hämisch zu grinsen: "Hab ich's dir doch gesagt - das ist eine Nummer zu gross... - du schaffst das nicht.... - als Frau bist du hier verloren... - und überhaupt, die haben dich über's Ohr gehauen...- und dann diese Strasse nach Gubbio, die man so gut hört. Und die Flugzeuge und...und...und". Manchmal haben sie Kraft diese inneren Dämonen und ihre Stimmen schleichen sich in meinen Geist, versuchen sich einzunisten, anzuhaften. Wie Staub auf dem schwarzen Klavier, wie verkohlte Asche auf dem Baum. Das Land als Ebenbild.

Sinnbild der Gleichzeitigkeit. Tod und Leben. Sterben und geboren werden. Abschied und Willkommen. Das eine nicht ohne das andere. Gleichzeitig. Der rote Mohn explodiert fast, so strotzt er vor Lebensfreude. Willkommen! Unmittelbar neben den toten Bäumen. Rot neben schwarz. Leidenschaft und Freude neben Depression und Verzweiflung. Anfang und Ende. Rot und schwarz. Ich sauge diese Rot in meine Seele, lasse die sanften, feinen Blätter der Blüte meinen Geist streicheln (und die Finger - direkt vernetzt...!). Welch Freude, welche Freiheit, welche Möglichkeiten, welche Schönheit und welch Reichtum! Beschenkt. In der Fülle. Danke.
Das Land als Ebenbild.



Montag, 17. Juni 2013

Erste Ernte



Wie gesagt, die Erdbeeren werden fortweg gegessen. Ebenso die Salate. Für die vielen Zucchinis erfinden wir täglich neue Rezepte und staunen über deren Vielseitigkeit.

Cipolle

Richtig scharfe Radiesli!

Buon appetito!

L'orto

Bereit zum Bepflanzen -
Enzo's Super-Humus
Thema Wurzeln suchen

Peter mit den Jungpflanzen


Und jetzt sieht es so aus: Aus einem Beet sind zwei geworden. Das grosse mit Humus, das kleinere gemischt. Alles gedeiht, die Erdbeeren wurden täglich verzehrt. Hinten am Zaun haben wir Luca's Tomaten und Gurken gepflanzt - ohne Humus, auch sie gedeihen.




Der Kartoffelacker wollte mühsam erobert werden, Stein um Stein wurde abtransportiert und ebnet jetzt unsere Zufahrtsstrasse. Das Bewässerungssystem ist noch in Bearbeitung.