Sonntag, 3. August 2014

Ceci-Feld

Etwas unterhalb der Gerstenfelder liegt das Ceci-Feld. Ende März mit Hilfe von Gianfranco und Mikael bestellt. Noch nie habe ich Ceci (Kichererbsen) wachsen sehen, eine ganz feingliedrige Pflanze mit ganz vielen Härchen an den Hülsen.




Pro Hülse eine Kichererbse. Die schmeckt frisch von der Pflanze herrlich und ist ganz grün. Fast wie eine normale Erbse. Wir kennen sie ja im Hausgebrauch nur getrocknet. Muss über Nacht eingelegt werden, um nachher zu Humus, Falafel oder Kichererbsencurry verarbeitet zu werden. Da freu ich mich schon drauf!!
Geniesse vorher noch die Feinheit und Schönheit der einzelnen Staude.
Irgendwie poetisch, doch ohne Worte.






Sanfte Wogen

Irgendwann Ende März wurde die Gerste gesät. In die frisch gepflügten Felder. Das erste Mal. 
Jetzt, 4 Monate später, glänzen die 2 Felder im Sonnenlicht. Das Korn nimmt noch so viel Sonne und Wärme auf als möglich, um schon bald geerntet zu werden. (Dies hat sich jetzt verschoben, da die letzte Juli-Woche nass war…)
Die Farbe des Korns ist golden, im Gegenlicht funkelt es sogar, und das Gefühl, über die Felder zu blicken, die Weite zu spüren, die Fruchtbarkeit, das Wachstum, ist unbeschreiblich!
Und der Wind wogt sacht durch die Halme und spielt mit ihnen.
Mein Herz spielt mit.





Goldene Ähre.


Samstag, 2. August 2014

Schafe scheren

Der Neu-Bauer in seinem 1. Schaf-Scher-Jahr. Da braucht es noch Unterstützung. Von Maurizio, dem Mann für alle Fälle in Fratticiola.

Bellezza muss als erste Haare lassen, geht mit gutem Beispiel voran. Ende Juni ist es so heiss, dass sie bestimmt froh ist, dass ihr Mantel fällt. Beruhigende Worte des Neu-Bauern und eine innige Umarmung (die natürlich mehr dem Stillhalten dient als der Liebkosung) helfen die etwas stressige Situation zu entspannen.



Bellezza beobachtet genau was da mit ihr geschieht…..


… und lässt sich von ihrem Sohn trösten, der aus lauter Kummer ohne Zögern über die Stalltüre springt, um bei seiner Mutter zu sein. 


Wolle eines einzelnen Schafes. Ein neues Tier. Kaum wieder zu erkennen.


Wieder ein Stück mehr

In unseren ersten 4 Gästezimmern ist es wieder einen grossen Schritt vorwärts gegangen: Die massgeschneiderten Badezimmermöbel sind montiert. Fehlen noch die Beleuchtung und die Spiegel (alles bestellt). Jetzt geht's ans Putzen und Einrichten.


Auch in der so genannten Gemeinschaftsküche, geht es dem finish entgegen….


Diese Küche steht unseren zukünftigen Gästen zur Verfügung, damit sie sich auch selbst 'mal etwas kochen oder zubereiten können und wir nicht jeden Tag für alle kochen "müssen". 

Nektarinen, Aprikosen & Co.


Letztes Jahr trugen unsere Fruchtbäume kaum Früchte (ausgenommen die Feigeninvasion…und einige vereinzelte Pflaumen und Maulbeeren). All diese wundervollen Bäume in all ihrer Vielfalt und kaum Leben in ihnen. Tja, unsere Vorgänger kümmerten sich nicht mehr gross…Bäume und Land vernachlässigt, sich selbst überlassen, ohne Sorgfalt, ohne Liebe. Da ist Gedeihen nicht möglich...
In diesem Frühling haben nun alle unsere Fruchtbäume reichlich Kuhmist (als Dünger - siehe Artikel "un gros das de merde") erhalten, die Erde um den Stamm wurde gelockert und die Äste geschnitten. Diese erste Kur und Zuwendung danken uns die Bäume mit vielen Früchten. Besonders lecker sind die Mirabellen und die Aprikosen. Letztere haben fast die Grösse von Äpfeln, wurden von der späten Kälte ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, sind aber knackig und süss. Nur das Pflücken ist eine Herausforderung. Einerseits können wir die Leiter nicht richtig anlehnen und die Früchte hängen zu hoch. Andererseits ist der Schatten des Aprikosenbaums der Lieblingsplatz der Schafe. Das an sich wäre ja kein Problem, doch sie lieben Aprikosen und starten Angriffe, um sie uns abspenstig zu machen und zu stehlen. Zum Glück sind wir zu zweit. Während Nicole Maria in den Ästen balanciert und mir die reifen Früchte runtergibt, verteidige ich die schon gepflückten ohne dabei die wackelige Leiter loszulassen. Uff! Doch für diese leckere Konfitüre lohnt es sich!!!

Die grösste Freude allerdings ist unser kleines Nektarinenbäumlein, das völlig falsch platziert am Hang vor unserem Anbau steht. Tatsächlich pflücken wir 7 Nektarinen. Eine besser als die andere. Hätten wir den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst, wäre die Ernte doppelt so gross ausgefallen, doch wir Neu-Bauern haben es verpasst…. Schade.


Bis zum nächsten Jahr werden wir dem Nektarinenbaum ein eigenes hangsicheres Beet bauen, in dem viel fruchtbare Erde Platz hat, damit er uns noch mehr mit meinen Lieblingsfrüchten beschenken kann.

Und während ich diesen Artikel in Basel schreibe, pflückt Peter gerade die Pfirsiche. Diesmal früh genug, damit nicht alle runterfallen. Von 4 harten, grünen, nicht reif werdenden Pfirsichen im vergangenen Jahr, steigern wir die Produktion auf ca. 40 süsse, herrliche Pfirsiche. Wow!!

Birnen, Äpfel, Feigen, Pflaumen, Zwetschgen sind im letzten Reifungsprozess.
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Freitag, 1. August 2014

Scharfe Sache




*        = zum unbeschwerten Verzehr geeignet 
**      = sehr scharf
***    = teuflisch scharf
****  = verursacht Atemnot und spontanes Augenwasser (bis zu Tränenbächen)

Farbenprächtige Chilisorten. Die nicht so scharfen * werden mit Frischkäse gefüllt und als Antipasto vertilgt. Die kleinen violetten *** sind unterdessen zu Pulver weiterverarbeitet worden, haben leider die Farbe verloren. Die roten **-*** landen im eigenen Olivenöl, um Pizza nachzuwürzen. Die grünen, länglichen ** eignen sich zum Frischverzehr und die hellgrünen **** Jalapenos treiben Peter den Schweiss auf die Stirn. Doch in ein paar Jahren sieht er sich als Pimento Spezialist, der in seiner Hexenküche die raffiniertesten Rezepte braut und mahlt.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Die Neu-Bauern

Neu-Bauer.
Ich weiss nicht mehr wie dieses Wort in unser Munde kam. Es hat sich seinen Weg aus dem Unbekannten, dem Nichts gesucht - und uns gefunden. Neu-Bauer. 
Google ich "Neu-Bauer" finde ich nichts, ausser dem weit verbreiteten Nachnamen Neubauer. Wir sprechen hier also von einer neuen Wort-Kreation, dem Neu-Bauer. Hier auf diesem Blog im internen Wörterbuch ist folgender Text festgehalten:

Neu-Bauer / m, Neu-Bäuerin / f, kein gelernter Bauer oder Agronom, eignet sich sein Wissen über die Landwirtschaft im Selbststudium und der direkten Praxis an, bezugnehmend auf alte regionale Weisheiten, verbunden mit modernem alternativem Wissen kreiert der Neu-Bauer seinen eigenen Weg, seine eigene Weisheit, das Land, den Boden, die Natur betreffend.
Der Neu-Bauer widmet sein Leben dem Land, der Natur und lebt im Einklang mit derselben. Rein biologischer Anbau* ist eine Selbstverständlichkeit und Nachhaltigkeit wird in allen Belangen angestrebt. Der Neu-Bauer mag bei etablierten, konventionellen Bauern auf Unverständnis stossen, genau so wie bei Bezugspersonen aus dem Leben vor dem Bauer-Sein. Er/sie sieht sein Leben in einem grösseren Zusammenhang und stellt seine Persönlichkeit in den Dienst des Höheren, des Ganzen.

++Neu-Bauer gilt in der Erklärung für die männliche und weibliche Form++

* biologischer Anbau: Der Neu-Bauer tut dies aus Überzeugung, weiss aber noch nicht, ob er sich das zertifizieren lassen will, da biologischer Anbau in Italien ein sehr dehnbarer Begriff  (und als solches nicht unbedingt mit der Biologie übereinstimmt) und noch lange kein Qualitätsmerkmal ist - ganz abgesehen davon ist es wieder ein administrativer Aufwand, diese Zertifizierung zu beantragen und kommt erst in 3 Jahren zum Tragen...